Herzlich willkommen in unserer  Kirche!

Eingang der Kirche St. Severini zu Kirchwerder

(gebaut um 1200)


("Friede und Heil allen, die in dieses
Gotteshaus eintreten.")

 

 

Kirchwerder ist die größte Gemeinde Alt-Hamburgs (flächenmäßig 
und auf Gemeindeglieder bezogen). Die Gemeinde ist so groß, wie die
anderen Vierländer Gemeinden zusammen. Deshalb haben wir auch eine
besonders große, hübsche Kirche (über 600 Plätze) die nach Anmeldung fast jederzeit
besichtigt werden kann. Tel: 040 / 723 02 02 (Büro von 08.00 bis 12.00 Uhr besetzt)

(Hier eine Variante des Vierländer Wappens,
typisch die freistehenden Kirchtürme.)

Hier geht's zur Legende von einer Glocke (auf Plattdeutsch)

Hier geht's zur Legende vom Glockenturm (ok op platt)

Restaurierung der Kirche

Die Vierländer Kirchen entstanden bereits im Mittelalter. Es waren kleine Saalkirchen aus Feldstein, St. Severini aber von Anfang an recht groß gebaut. Die Kirchtürme wurden als Holzkonstruktionen abgerückt von der Kirche errichtet. Die St. Severini-Kirche zu Kirchwerder kann frühestens im Jahr 1168 gebaut worden sein. 1212 hat sie auf jeden Fall schon bestanden. Zisterziensermönche aus Scharnebeck bei Lüneburg hatten hier die Steuern eingenommen (den Zehnten) im Grenzgebiet zu den heidnischen Wenden. Die sehr geräumige Kirche (über 1000 Plätze) hat seitdem vielerlei Veränderungen erfahren. Reste der  mittelalterlichen Feldsteinmauern sind an der Nordwand erhalten. Ein für den Baustil der Zisterzienser typisches Spitzbogenportal ist im Brauthaus erkennbar. Die Zunahme der Einwohnerzahl seit dem Mittelalter läßt sich u.a. daran ablesen, daß 1674 eine Empore an der Nordseite angebaut werden mußte - jetzt restauriert und im Urzustand zu bewundern. Das heutige Erscheinungsbild erhielt der Kirchenbau 1785/91. Im Süden erstellte man den Anbau, ein Seitenschiff mit Empore und das Brauthaus wurde aufgestockt. Durch den Einbau einer hölzernen Tonnendecke statt der Flachdecke konnte Platz  für die beiderseits des Altars  angelegten Doppelemporen geschaffen werden. Die alte Empore wurde erweitert, der Anbau ebenfalls mit Emporen ausgestattet,  eine  zusätzliche  Empore  im  Westen angelegt und die Orgel vom Altarplatz nun dorthin verlegt. Das Gestühl wurde weitgehend erneuert. Somit war eine wesentliche Kapazitätserweiterung und erhöhte Repräsentativität erreicht worden.


 

 
 Diese beiden Fotos sind von Christian Ohde Fotodesign,  Süderquerweg 159, 21037 Hamburg
 
Die Ausstattung zeugt von dem hochstehenden ländlichen Handwerk und ist fast in Gänze von der bäuerlichen Bevölkerung gestiftet, die ihrer Dankbarkeit für den durch den fruchtbaren Marschenboden und den nahen Großmarkt mit Gottes Hilfe erreichten Wohlstand den angemessenen Ausdruck verleihen wollte. Die Ausstattungsstücke sind vor allem Dokumente  des wirtschaftlichen Wohlstandes der Vier- und Marschlande im  Zeitalter vor den Napoleonischen Kriegen. In diesem Zusammenhang muß man die aufwendigen Messingkronen (flämisch, Barock und Gotischer Stil vom Anfang des 17. Jhdts), aber auch die Kanzel, Taufe und Wanduhr von 1806 im Stil des Empire aus wertvollem Mahagoniholz erwähnen.  Bemerkenswert und raumgreifend ist die Nordempore in ihrem verspäteten Renaissancestil mit den Emporenbildern, der ,,Beichtstuhl" von 1785 (jetzt Sakristei) erinnert daran, daß in der lutherischen Tradition die Gelegenheit zur Beichte bis zum 19. Jhdt. viel häufiger wahrgenommen worden ist. Das Gestühl, das als Eigentum an die Bauernstellen vergeben wurde, macht mit seinem  Zubehör  (Gesangbuchkästen, Namensschilder, Huthalter und -ständer in Form geschmiedeter Blumen) den spezifischen Charakter dieser Kirche aus - im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen konnte teilweise die erste Fassung aus der Zeit der Renaissance wiederhergestellt werden. Eine Spezialität der Vierlande sind die Intarsienarbeiten, in Kirchwerder seit 1666 belegt. Die erste Bank mit den ältesten Intarsien der Region stammt aus dieser Zeit und ist erst später verziert worden (fünf christliche Tugenden).


 


 

 

 

 

 






 



Die qualitativ hochwertigeren Bilder sind von

Christian Ohde Fotodesign, Süderquerweg 159, 21037 Hmbg


Grabmäler aus dem 16. bis 18. Jhdt. (fast 100 übermannshohe Platten, Elbsandstein) sind in Kirchwerder wie nirgends sonst in diesem Bereich erhalten und stellen historische Dokumente mit hohem Wert dar. Die am besten erhaltenen Grabplatten sind im Brauthaus aufgestellt, die restlichen säumen den Friedhof. Das Pastorat bei der Kirche (das zweite befindet sich in Fünfhausen beim Gemeindezentrum) ist ein Bau von 1924, der von dem renommierten Büro Distel und Grubitz entworfen wurde und das alte Pastorat ersetzte. Das villenartige Gebäude mit dem integrierten Konfirmandensaal erhält durch die Spitzbogenfenster und die strebepfeilerartigen Vorlagen an den Ecken eine sakrale Anmutung. Der große Garten zeigt noch Reste der ehemaligen Gartengestaltung.

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